DVD BluRay

Donnerstag, 20. August 2009

Mr. Sokrates (Jin-won Choi, Südkorea 2005)


Beknackte, anspruchslose Teenie-Gangsterkomödie, die sich ausschließlich mit der Wiederholung von Genrestandards begnügt. Sehr schlimm ist die Schauspielerei der Hauptfigur, deren Wandlung vom Ganoven zum Polizisten einer Läuterung gleichen soll, die im Film aber nur doof behauptet wird; leider ist diese Wandlung dermaßen flach und unglaubwürdig begründet, sodaß man der Handlung halt folgt, aber jeden Glauben an sie verloren hat. Billigste Schiene.
Gegen Ende gesellt sich noch ein schlimmer reaktionärer Ton hinzu, so im Sinne das Gesetz ist das Gesetzt und das ist gut, bzw. willst du lieber als Dieb auf der falschen Seite oder als Polizist auf der richtigen sterben, usw. Da läuft einem der eine oder andere Schauer über den Rücken.

Vom Style her ist alles natürlich wieder koreamäßig völlig gelackt. Sogar die Gefängniszelle hat einen besseren Parkettboden als ich hier zuhause. Da geht man doch gern in den Knast! Kommst du mit?

Donnerstag, 13. August 2009

The Sniper / Sun cheung sau (Dante Lam, HK 2009)

Der Scharfschütze Lincoln ist bei einem Einsatz etwas übereifrig und erschießt leider den Falschen. Vier Jahre Knast bekommt er dafür und befindet sich auch nach seiner Entlassung in mental instabiler Verfassung. Nun will er es seinem Rivalen, eben dem auf seine Position nachgerückten Hartman Fong, beweisen, bzw. das Leben schwer machen und unterstützt auf eigene Faust den Ausbruch eines Triadenbosses aus dem Gefängnis.

Dante Lam hatte mich mit seinem JIANG HU und dem letztjährigen BEAST STALKER äußerst begeistert. SNIPER ist allerdings ganz anders: pathetische Musik, Waffenporno, Heldenverehrung, Männer mit Muskeln und Überzeugung im Kopf. Der fragile Terror aus BEAST STALKER ist ganz einer gelackten Hochglanzthrilleroptik gewichen, durch die sich nach und nach ein verschachtelter Plot entblättert.
Was bei BEAST STALKER gut funktioniert hat; denn in diesem Film befand sich der Zuschauer auf Augenhöhe mit dem Protagonisten und hat über die Klärung des Falles auch die Hintergründe erfahren, und sich so nach und nach den Fall erschlossen. Bei SNIPER ist die Schachtelstruktur reine Fassade um künstlich Spannung zu erzeugen, sie ist nicht aus der Entwicklung der Geschichte heraus motiviert. Das nervt ohne Ende. Und selbst wenn man glaubt, verstanden zu haben um was es jetzt gerade wieder geht, folgt bald wieder eine völlig unverständliche Aktion. Man fragt sich ständig: wer sind diese Leute und was machen sie warum?! Die Nebengeschichten um die Hintergründe und Liebschaften der Männer werden zudem nur angerissen und losen Fäden en masse hängengelassen. Warum etwa versucht sich die Ex-Frau von Hartman umzubringen? Zwei, drei Krankenhausszenen gibt es, aber weshalb sie die Tat begangen hat, und weshalb dieser Nebenplot überhaupt angerissen wird, bleibt unklar. Eines der vielen Beispiele.

Ein Rätsel ist es mir, wie ein Regisseur im Jahre 2008 so einen Knaller wie BEAST STALKER erschaffen konnte, und dann ein Jahr später so eine Gurke daherfabriziert. THE SNIPER ist eine große Enttäuschung und im besten Falle noch männerorientiertes Popcornkino.


edit: Lese gerade bei Marcos Molodezhnaja-Review, daß es einen Sexskandal um Edison Chen gab, weshalb von Produzentenseite verfügt wurde, dessen Szenen zu einem großen Teil herauszuschneiden. Das würde selbstverständlich ein wenig dieses fundamentlose Schnittmassaker erklären.

Sonntag, 2. August 2009

Mind Game / Maindo Gêmu (Masaaki Yuasa, Japan 2004)

Schon seit Ewigkeiten ist der Mangazeichner Nishi in die großbusige Myon verknallt - allein, es ihr zu sagen hat er sich noch nie getraut. Diese trifft sich nun mit ihm, um ihn von ihrer baldigen Heirat mit dem Lastwagenfahrer Ryo zu erzählen. Nishis Welt bricht zusammen. Ein letztes gemeinsames Essen in der Nudelbar steht an, doch da stürmen plötzlich zwei gewaltbereite Yakusa die Lokalität und Nishi muß sich endlich mal entscheiden, ob er sein Schicksal selbst in die Hand nehmen möchte.

In der Folge trifft er noch Herrn Gott und landet im Bauch eines riesigen Wals - an Höhepunkten wird in diesem Anime nicht gegeizt. So zeichnet sich MINDGAME auch zuvorderst durch die Aspekte Kreativität, Kunterbuntness und Hochgeschwindigkeit aus; und wenn man meint, man könne den Bildern immer trauen, dann hat man sich getäuscht. Denn wie der Titel schon sagt: sehr viel spielt sich in den Köpfen der Charaktere ab, und der Sprung in die imaginierte Welt ist nur ein Schnitt weit entfernt.
Am Ende ist man selbst platt wie eine Flunder, denn dieser Film ist auch: anstrengend. Zwei Stunden lang fasziniert die Augen aufzureißen, weil man so etwas noch nie gesehen hat, ist eben auch keine Kleinigkeit!