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Wind Blast / Xi Feng Lie (Gao Qunshu, China 2010)


Vier Polizisten jagen einen Killer und seine Frau durch die Wüste, da er in Hongkong einen Mord begangen hat. Als sie ihn dann schließlich festgenommen haben, nimmt das Drama aber erst seinen Lauf: besagter Zhang Ning (Xia Yu) hat heimlich ein Photo seines Auftraggebers gemacht, weshalb nun zwei Elite-Killer (Francis Ng, Yu Nan) des Gangstersyndikats auf ihn angesetzt sind. Und diese beiden sind Experten im Töten. (Yeah!)


Man sieht, für einen zweistündigen Blockbuster ist der Plot recht dünn. Dafür allerdings ist er zunächst einmal überhaupt nicht zu kapieren. Die Narration in der ersten Stunde ist eine totale Vollkatastrophe. Eine grausame Montage trifft auf einen verlaberten Actionplot voller Landschaftspanoramen, in dem unzusammenhängende Szenen aneinanderklebt werden, und dem z.B. die Figureneinführung völlig egal ist. Auch eine Einführung des zentralen Themas findet nicht statt: man weiß in der ersten Stunde einfach nicht so recht, wer wer ist, und um was es überhaupt geht. Der Film wirkt wie ein prototypischer derer, die zu lange in der Postproduction, bzw. im Schnitt hängen geblieben sind.


Wer ihn nun noch nicht ausgemacht hat, der wird allerdings mit der zweiten Hälfte belohnt, die den Film in toto gesehen rettet. Hier bekommt man nach und nach eine Annäherung zu den Figuren, zu den Machtverhältnissen, das Chaos lichtet sich. Sympathielenkung funktioniert. Und nicht zu vergessen: es gibt erstklassige Actionszenen zu bestaunen.

High Noon in der Wüste Gobi, freilich sehr lässig.
Wie man an den Screenshots sehen kann: der Film lebt von seinem Drehort; dieser Gangsterfilm (letztlich ist er ja nichts anderes) spielt eben nicht in den Hochhausschluchten einer chinesischen Megalopolis, sondern in den einsamen Weiten der Wüste Gobi, die mit unzähligen, wahrhaftig beeindruckenden Panoramashots eingefangen wird.

Hier hat es gerade geschneit.

Hat man also die frustrierende erste Hälfte des Filmes überstanden und genüßlich die Naturbilder delektiert, so darf man sich auf einen durchaus unterhaltenden Actionkracher in der zweiten Hälfte freuen, die eigentlich nichts anderes ist, als ein langer Showdown. Positiv zu vermerken sind die Darstellerleistungen - hier gibt es keinen blöden Humor oder nervendes Overacting. Alle agieren mit dem nötigen Ernst und sind sehr überzeugend in ihren Rollen. Über den einen oder anderen Subplot muss man allerdings auch am Ende noch hinwegsehen und sich auf das große Getöse konzentrieren, das äußerst rasant inszeniert ist. In WIND BLAST fliegt auch schon mal eine halbe Stadt in die Luft - vielleicht meint "Wind Blast" ja auch die Druckwellen der Explosionen. Warum auch nicht - wenn's gut aussieht!

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