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Freitag, 28. Januar 2011

Melancholia (Lav Diaz, Philippinen 2008)

"Why is there so much sadness and too much sorrow in this world? Is happiness just a concept? Is living just a process to measure man's pain? Are we ever going to see each other again? I'm not afraid of death. I'm more afraid that I won't see you again.'"

Diese Worte, die als Motto des ganzen Films gelten können, schreibt Renato auf der panikartigen Flucht in sein Tagebuch, als er am Ende des Films in den Wäldern von Mindoro als linker Aktivist von militärischen Einheiten gejagt wird. Aber zu diesem Zeitpunkt befinden wir uns schon gut 7 Stunden im Film, ganz am Ende dieses langen achtstündigen Filmmonsters. Man sollte am Anfang beginnen...

MELANCHOLIA ist ein Film, in dem schon zu Beginn mehrere Personen absent oder verschwunden sind. Diese werden vermisst, gesucht, betrauert. Der Ort: Sagada, eine kleine Stadt, in der wie zufällig die eben angekommene Prostituierte Alberta (Angeli Bayani) auf den Zuhälter Julian (Perry Dizon) trifft, die bei ihren Stadtdurchschweifungen dann auch der um Almosen bittenden Nonne Rina (Malaya Cruz) begegnet. Julian sucht Kontakt zu ihr, versucht sie in seine Machenschaften einzubinden, man wähnt Gewalt in der Luft. Julian selbst verdient sein Geld mit der Aufführung von Live-Sex-Shows für Touristen, wozu ihm ein lokales Pärchen zur Verfügung steht. Wo der Film hin will, läßt sich selbst nach den ersten beiden Stunden noch überhaupt nicht sagen. Es regnet ständig.

Im zweiten Teil des grob in drei Teile gliederbaren Filmes, befinden wir uns Wochen später in Manila wieder, bei einem Schriftsteller und Filmemacher und einer Schulleiterin. Verblüffenderweise sind diese Figuren dieselben Personen wie eben in Sagada. Man erfährt, dass Julian und Alberta Mitglieder einer linken Terrorzelle sind, die in Sagada mit falschen Identitäten untergetaucht waren - auch um mit dem Verlust ihrer Liebsten zurecht zu kommen (Julian vermisst seine Frau Patricia). Rina aber, die Nonne, ist nun verschwunden. Voller Panik macht sich Alberta auf die Suche nach ihr, Julian will davon erstmal nichts wissen. In einem zweiten Erzählstrang ist Alberta auf der Suche nach ihrer Adotivtochter Hannah, welche von Zuhause weggelaufen ist. Sie verdingt sich mit ein paar anderen Mädchen als Straßenhure. Julian derweil streift durch die Stadt, kommt in einen großen Regen und bricht emotional zusammen, fantastisch gespielt an einem Fluß, unter einer grauen Betonbrücke.

Im dritten Teil des Films befinden wir uns in einem nachgeordneten Prolog, in dem es, wie gesagt, um die Jagd nach den Aktivisten geht. Renato ist Albertas, bisher als verschwunden verstandener, Ehemann.

Zur Ästhetik: Diaz arbeitet mit Digitalkamera, in schwarz/weiß, ohne extradiegatische Filmmusik und mit langen Einstellungen. Mit sehr langen Einstellungen. Die erste des Films dauert gute 8 Minuten, und in der Folge pendelt sich dies zwischen 6 und 12 Minuten ein. Dazu ist die Kamera überwiegend statisch: man erblickt ein Bild, eine Szenerie und wird die nächsten Minuten dort verweilen. Die Schauspieler bertreten die Szene, gehen ab, spielen ohne Schnitt durch.

Die Wirkung auf den Zuschauer ist einzigartig. Hat man die erste Hürde überwunden, dem Film tatsächlich gefühlte Lebenszeit angedeihen zu lassen, geht man völlig in ihm auf. Man saugt die Szenen in sich hinein, sieht sich um, kann sich im Wortsinne "nicht satt sehen". Die anfangs befürchtete Arthousigkeit, von vielen oftmals als ein Synonym für Langeweile gebraucht, stellt sich nicht ein. Läßt man sich auf die Stille des Filmes ein, wird jede Bewegung zu einem Ereignis, jedes Gespräch authentisch, innerhalb der Kontemplation ein jeder Schnitt zur Sensation.

MELANCHOLIA ist also ein Film, in dem es um den Verlust von Menschen geht, um die Suche nach einer Form der persönlichen Vergangenheitsbewältigung. Dies spielt in die politische und soziale Wirklichkeit hinein, in der sich dieselben Personen in ihrer Rolle als Rebellen mit ihrem Märtyrerstatus auseinanderzusetzen haben. Dass der Film noch deutlich mehr Themen anspricht, versteht sich von selbst - ich fühle mich allerdings nicht in der Lage, diese gebündelt und schlüssig zusammenzutragen. MELANCHOLIA war eine mir bislang völlig neue filmische Seh-, und auch Erlebniserfahrung (in der sich Film- und Lebenszeit überschnitten). Was mich selbst etwas verwundert: ich vermisse ihn jetzt schon und würde ihn gerne direkt nochmal anschauen.

Ganz am Ende, in einer Art Epilog, läuft Alberta am nächtlichen Fluss entlang. Man vermutet, sie sei erneut auf der Suche nach Hannah. Doch das ist falsch. Sie fragt die Passanten nach Julian, der nun auch zu den Vermissten gehört. Alle ihr begegnenden Personen scheinen sich in einer Art Trance zu befinden und machen komische Bewegungen. Als sie Julian schließlich findet, verdreckt im Schlamm am Fluss sitzend, behauptet dieser nicht Julian zu sein. Julian sei nun ein Gott geworden, der Gott der Melancholie. Dann geht er davon.

Mittwoch, 26. Januar 2011

Nausicaa aus dem Tal der Winde / Nausicaä of the Valley of the Wind / Kaze no tani no Naushika (Hayao Miyazaki, Japan 1984)


In einer nicht allzufernen postapokalyptischen Zukunft hat der Mensch die Erde im sogenannten Krieg der Sieben Tage des Feuers gründlich vernichtet. Die Völker kämpfen um ein Überleben, aber eben nicht nur gegeneinander, sondern auch gegen die überall herumtreibenden giftigen Sporen, die von giftigen Pilzwäldern, dem sog. Meer der Fäulnis, abgesondert werden. Auch die Tierwelt hat sich nun endlich gegen die Aggressoren, also die Menschen, verschworen. Zumindest, was von ihnen übrig blieb: Insekten und allerlei mutiertes Viehzeuch, gefährlich sind vor allem die riesigen Ohmus, die als Horde auftretend, alles niederwalzen, was im Wege steht.

Allein das zurückgezogen lebende Volk des Tales des Windes, welches von der Prinzessin Nausicaä regiert wird, hat sich seine Menschlichkeit bewahrt. Allen voran die Prinzessin, die auf ihrem Fluggleiter, der Möwe, für Recht und Ordnung sorgt. Sie ist eine der wenigen, die erkannt hat, dass der Mensch selbst an seinem Unheil Schuld hat. Ist er es doch, der für die Natur so gründlich vergiftet hat.

Der Erfolg NAUSICAAs ermöglichte Miyazaki die Gründung des Studio Ghibli, des wohl erfolgreichsten und international bekanntesten Animationsstudio Japans. NAUSICAA trägt schon sehr viele der Themen in sich, wodurch sich die Filme des Studios in den folgenden Jahren auszeichnen sollte. Ein krative Zukunftsgeschichte, in der die Zeitebenen scheinbar ausgehebelt sind, moralisch aufrechte, unschuldige Sympathiefiguren, die für das Gute kämpfen, eine übersprudelnde Kreativität und liebevolle Gestaltung der kreierten Welten, und einen zu Herzen gehenden, oft zu Tränen rührenden Plot. Das Studio Ghibli ist auch einer der Eckpfeiler der Anime-Missionare, die den westlichen Hemisphären beigebracht haben, dass animierte Filme nicht zwangsläufig Kinderfilme sind. Ungewöhnlich für unseren Kulturkreis sind dennoch eine Vielzahl von Dingen - angefangen bei der häufig weiblichen Heldin -, die uns auf durchaus unterhaltend leichtfüßige Weise das Tor zu einem einfacheren Verständnis ihrer Phänomene aufzuschließen wissen; etwa was die Phänomene der beseelten Natur angeht, eine Brücke zum Shintoismus. Außerdem zeichnen sich die Filme durch eine Verquickung von östlicher und westlicher Mythologie (wie hier der griechischen Antike), oft auch durch die der Schauplätze, aus.
So ist die stark pazifistische Botschaft dieses Öko-Fantasy-Krieg-Märchens eben genau deshalb nie kitschig, da sich das Pathos in der atemlos machenden Suche der Heldin nach dem Ausweg vor der Zerstörung manifestiert, und nicht in den abgedroschen Phrasen bedeutungsschwanger inszenierter Dia- oder Monolge, welche wohlschmückende Erkenntnisse auf der Strahlung des silbernen Lichtschwertes eifernd vor sich herzutragen gewohnt sind. NAUSICAA ist ein toller, kurzweiliger Film, den man sich definitiv ansehen sollte, wenn man sich für ein derartiges Kino interessiert.

Donnerstag, 20. Januar 2011

Fallen Angels / Duo luo tian shi (Wong Kar-Wai, Hongkong 1995)


Eine junge Frau (Michelle Reis) streift durchs nächtliche Hongkong: sie ist auf dem Weg in das heruntergekommene Hotel, in dem sie sich bei einem Job, und nur für diesen, einrichten. Die Bewegungen sind fließend, schnell, routiniert. Dann kommt er, der Killer (Leon Lai), bereitet sich vor, läßt sich Zeit, dann geht es los. Irgendwo muß immer irgendwer getötet werden. Mit mechanischer Präzision führt er den Auftrag aus, eine heiße Schießerei, Lebensgefahr, Schnelligkeit kommt vor Schönheit. Die Einsamkeit des Langzeitkillers.


FALLEN ANGELS ist der Kinotrip schlechthin. Genre, Bilderrausch, offenes Erzählen. Hier wird nichts erklärt, alles geschieht, irgendwie, ohne begründet zu werden. Die Geschichte formt sich im Laufe des Sehens. Dass es eine Tragödie ist, merkt man erst später. Dazu noch eine Liebestragödie. Denn die Agentin ist in den Killer verliebt, er aber verbietet sich dies. Sie treffen sich nie, alles bleibt anonym, kaltes Geschäft.


Da lernt er die Drifterin kennen. Blonde Locken, Verführung, Aushebelung der rechten Winkel. Und dann der zweite Erzählstrang, in dem die Komödie in den Film kommt, obwohl, das ist vielleicht übertrieben: eine Leichtigkeit zumindest, die die hypnotische Seite ausbalanciert. Takeshi Kaneshiro. Er ist wie geschaffen für diese Figur zwischen albernem Ernst und Irrwitz, Respektlosigkeit, pulsierendes Herz. Der Adrenalinschub für die zweite Hälfte des Filmes. Eine, die mir weniger gut gefällt als der Beginn, hier bricht alles ein wenig auseinander, verwirrt sich. Die gewonnene Klarheit löst sich wieder auf ins Fragment, man weiß nicht, wohin der Film will.


Dieser Film ist auch der Film von Christopher Doyle. Ohne ihn wäre der Film nicht, was er ist. Doyle ist rauschhaft, mutig, originell, kreativ, energetisch. Er ist auch völlig unprätentiös, die Inszenierung geht (noch) nicht auf Stelzen. Er ist der beste Kameramann für diesen Film. Und: FALLEN ANGELS ist vielleicht der beste Film Wong Kar-Wais, er ist, so wie der geniale Vorgänger CHUNGKING EXPRESS - aus dem er hervorgeht -,...: ein Film aus Hongkong.

Dienstag, 18. Januar 2011

Dream Home / Wai dor lei ah yut ho (Pang Ho-Cheung, Hongkong 2010)


Da sich die Bankangestellte und Telefonverkäuferin Cheng Lai-Sheung (Josie Ho) das seit ihrer Kindheit ersehnte Appartment mit Meerblick an der Victoria Bay Hongkongs nicht leisten kann - und das obwohl sie sich mit zwei Jobs zu Tode arbeitet - greift sie zu dratischen Mitteln, um den Wert der Immobilien zu senken. Denn plötzlich werden mehrere Anwohner des Wohnturms auf grausam ermordete Weise aufgefunden.


DREAM HOME zeichnet sich vor allem durch seine unglaubliche Brutalität vor dem Hintergrund einer hochaktuellen Gesellschaftskritik aus. Nicht nur werden wie fast überall in China historische Stätten durch den sogenannten Turbokapitalismus vernichtet, sondern auch die altbekannte Schere zwischen arm und reich wird immer größer, der Druck auf das Individuum steigt exponentiell. Da noch mitzuhalten, ist für kaum einen der Charaktere des Films mehr möglich. Vor diesem Hintergrund entwickelt Pang (EXODUS, BEYOND OUR KEN) einen satirischen Slasherthriller, der sich erst nach und nach entfaltet.


Den Film zeichnet vor allem seine zwar interessante, aber manchmal leider manieriert gesuchte Kamera aus, sowie das wirklich unfassbar grausame Gorefest, das hier abgefeuert wird. Dass die Grausamkeiten von der souverän agierenden Josie Ho (die hier auch als Produzentin auftritt und sich selbst zum Zentrum des Films macht - diesen aber auch trägt) ausgeführt werden, macht das Spektakel nicht kleiner.


Die Schwächen des Filmes sind aber ebenso eklatant. Das Drehbuch geht verschlungene Wege, was zunächst spannend ist, aber dafür etwa ab der Hälfte mit seinen stetigen Zeitsprüngen (und aus der Not heraus eingeblendten Datumsanzeigen) nervt. Der Film ist eine one-woman-show, der alle Nebenfiguren degradiert. Die Kindheitserinnerungen sind viel zu klischiert und schmachtfetzig ausgefallen. Die in Szene gesetzte Stadtarchitektur wird nicht befriedigend in den Plotfluss eingebunden. Auch auf der interpretatorischen Ebene läßt sich lediglich ein oben-unten Konflikt auf die gesellschaftliche Situation übertragen - das ist zuwenig und bleibt unbefriedigend. Und das Hauptproblem: die wahrlich unglaubliche Brutalität, die hier zwar auf kreative Weise, aber dafür extrem ausgestellt wird. Dafür läßt sich filminhärent keine Notwendigleit finden und hinterläßt einen sehr schalen Nachgeschmack - ein Zynismusvorwurf dürfte bei DREAM HOME allerdings sehr angebracht sein. Die Sozialkritik verkümmert so zum Alibi.


So bleibt ein Film zurück eines Regisseurs, den man als Auteur liebevoller Genreproduktionen kennengelernt hatte. DREAM HOME ist zwar immer noch Genre, aber doch ein großer Schritt Richtung Mainstream, Blockbuster und Event. Er hat nichts mehr von der spartanischen Reduktion, für die man Pang lieben lernte.

Mittwoch, 12. Januar 2011

In Public / Gong gong chang suo (Zhang Ke Jia, China 2001)

In diesem Kurzfilm von nur 30 Minuten gibt es keinen handelsüblichen Plot, keine Darsteller, keine Beleuchtung, keine Filmmusik. Nur eine Kamera und ihr Dokument.


Ein Busbahnhof: einige warten, andere kommen an. Ein Mann ist nervös, dann empfängt er seine Frau und seinen Sohn, die von der Reise zurückkehren. Dann eine Bushaltestelle in einer vom Kohlebergbau grau gewordenen Stadt. Ständig fahren schwer beladene Laster vorbei. Im Hintergrund die Stadt, Wohnblocks. Der Bus kommt, Menschen steigen aus, ein, eine Frau verpasst den Bus. Dann ein Bahnhofswarteraum, ein alter Funktionär sitzt grinsend im Rollstuhl, die Ticketfrau reißt Karten ab. Schnitt auf einen Tanzsaal, ältere Paare drehen sich im Kreis.


IN PUBLIC ist also dokumentarisches Kino, ein weiteres Puzzleteil in Jia Zhang-kes Projekt, das zeitgenössische China durch eine Form des dokumentarischen Realismus zu erfassen und darzustellen. Ein Film, der in seiner nüchternen Teilhabe des Alltags vor den Kopf stoßen mag. Eine Herangehensweise, in der sich "die Geschichte" im Kopf des Zuschauers formt. Der Film gibt die Frage, "was Film soll", also an den Zuschauer zurück und vergrätzt so diejenigen, die eine Geschichte im herkömmlichen Sinne geboten bekommen wollen. Fragen, statt Antworten. Klar, warum soll man sich ewig lange einen Busbahnhof irgendwo im hinterlandigsten China ansehen? Es sind eben andere Fragen, die hier gestellt werden. Und dann muss ich sagen, ich könnte mir ja sowas stundenlang anschauen.


Samstag, 1. Januar 2011

A Conversation With God (Tsai Ming-Liang, Taiwan 2001, Video, 30')

Die Grundidee Tsais war es, ein sogenanntes menschliches "Medium" zu filmen, das mit den Göttern in Kontakt steht. Erhofft hatte er sich, dies mit der Kamera einfangen zu können. Ästhetisch ein einfacher, realistischer Videokamerablick: die Kamera als Auge. Auf einem Motorroller sitzend beginnt er zu filmen, und auf seinem Weg durch die nächtliche Stadt geschieht alles mögliche Unerwartete: so wird er aufgehalten von einer rituellen Prozession, in der ein junger Mann durch Geißelung in einen tranceartigen Zustand gerät oder von einem Karaoke-Spielhaus, bei dem das Licht ausfällt, usw. In der zweiten Hälfte wird der Film ruhiger und er konzentriert sich auf Details: Blätter, Mücken, tote Fische im Gras. Er filmt menschenleere Straßenunterführungen und verfaulte Fische am Flußufer; schließlich das Medium, das in faszinierender Weise spastische Segnungen ausspricht und in Trance mit einem Pinsel Bilder vollschmiert (die vermutlich anschließend verhökert werden). Abfertigung wie am Fließband.

Was will uns das alles sagen? Man weiß es nicht immer so genau, und teilweise sieht das aus wie ein Urlaubsvideo. Dann wieder, in den beiden den Film rahmenden "Kontaktaufnahmen" sehr faszinierend. Aber auch hier ist die Kameraposition die eines Beistehenden, der den anderen über die Schulter schaut.

I decided to use the most basic and simple way of filming. This changed the way I saw things. Filming the underground passage, I didn’t consider it to be filming but rather using the camera as my eyes.

Somit bleibt er hier seinem Realismusprojekt verschrieben, einer unabschließbaren Suche des Filmemachers nach dem Umgang mit der zwangsläufig vermittelten Realität. Schon bei seinem 1992 erschienen Erstlings-Film REBELS OF THE NEON GOD formulierte er sein ästhetisches Programm: dieser sei ein Versuch, “[to] make a feature that was even more documentary, even more real, about everyday life in Taipei.” So stellt der Film aber eben auch, ganz in der Tradition eines art cinema, mehr Fragen, als dass er Antworten gibt. Die Kontaktaufnahme mit dem Zuschauer allerdings dürfte leider größtenteils scheitern.