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Es werden Posts vom Juli, 2012 angezeigt.

Carnivorous Animal aka Beasts of Prey / Yukshik dongmul (Kim Ki-young, Südkorea 1985)

CARNIVORE (ein weiterer Alternativtitel dieses an verwirrend ähnlichen Titeln reichen Films (sein Produktionsjahr wird bisweilen auch mit 1984 angegeben)) ist ein Familiendrama um einen Vater, der den Familienvorsitz an seine berufliche erfolgreiche Frau abgeben musste. Er selbst, ein ziemlich gescheiterter Verleger, wird von seiner herrschsüchtigen Gattin regelrecht unterdrückt und von den beiden nichtsnutzigen Kindern bestenfalls ignoriert, schlimmstenfalls verachtet. Die Familie wohnt in einem geschmacklosen, recht großen Appartment in einer Wohnanlage oberhalb des Flusses. In seinem Leid besucht der Vater öfters eine Trinkhalle, in der er jedoch die sich anhäufenden Schulden bald nicht mehr bezahlen kann. Die Besitzerin des Etablissements bedrängt daraufhin eine ihrer Hostessen, den Mann zu verführen und so, auch um ihn erpressen zu können, endlich an sein Geld zu gelangen. Dies stürzt die Begleitdame, die noch Jungfrau ist, in eine Krise. Allerdings scheint der Mann impotent zu …

Season of Terror / Gendai kosyokuden: teroru no kisetsu / Geschichte einer zeitgenössischen Liebe: Zeit des Terrors (Kôji Wakamatsu, Japan 1969)

Der linksextreme Student und Revoluzzer Hikoya (Ken Yoshizawa) hat dem militanten Dasein abgeschworen - in einer Hochhaussiedlung lebt er anonym in einer kleinen Wohnung mit zwei hübschen Frauen in einer Dreierbeziehung zusammen. Da die beiden arbeiten gehen, kann Hikoya den ganzen Tag faul herumliegen, Bier trinken, mal einen Spaziergang machen. Abends dann lässt er sich bekochen und den Schnaps einschenken. Wenn es ihm beliebt, vergnügt er sich mit den beiden Mädels Miyoko (Yuko Ejima) und Chieko (Tomomi Sahara) - sie werden vom sexhungrigen Hikoya auch in dieser Hinsicht relativ ausgiebig beansprucht. Zur selben Zeit nisten sich im Wohnblock gegenüber zwei Polizisten ein, die den ehemaligen Untergrundkämpfer beschatten. In dessen Wohnzimmer konnte eine Wanze angebracht werden, wodurch sie alles, was in der Wohnung vor sich geht, mitverfolgen können. Doch scheinbar bringt das Abhören nichts: Hikoya plant nichts Verdächtiges.


Es entstehen wunderbar skurrile Situationen in diesem wie…

Zatoichi: The Fugitive / Zatôichi kyôjô-tabi (Tokuzo Tanaka, Japan 1963)

Nachdem Ichi (Shintaro Katsu) einen jungen Samurai tötete, der ihn unvermittelt auf einer Landstraße angegriffen hatte, erfährt er, dass auf seinen Kopf ein Preisgeld ausgesetzt ist. Dass der junge Mann aus Geldnot gehandelt hat, rührt den legendären blinden Masseur, worauf er dessen Mutter im nahegelegenen Ort aufsucht. Sie ist eine Yakuza, die Ichi nicht glauben will, dass die 10 Ryo, die sie von ihm ausgehändigt bekommt, von ihrem Sohn stammen. Tun sie auch nicht, aber wir erinnern uns nun natürlich, wie groß das Herz des Protagonisten ist.

Im Ort selbst findet eine Ringkampf-Veranstaltung statt und Ichi lässt es sich nicht nehmen, selbst mitzumachen. Er besiegt nacheinander alle Kämpfer, die jedoch dummerweise zu einer der beiden ansässigen Yakuza-Banden gehören. Welche sich nun freilich düpiert fühlt. Das Preisgeld auf Ichis Kopf wird erhöht. In einem Gasthof kommt er unter und trifft dort auf seine ehemalige Liebe Tane (Masayo Banri, die wir schon aus den ersten beiden Teilen d…

Naked Bullet / Otoko goroshi onna goroshi: hadaka no zyudan (Kôji Wakamatsu, Japan 1969)

Der Gangster Sho (Ken Yoshizawa) hat sich mit seiner Geliebten abgesetzt, da sie den vom Bandenboss eingeforderten Beischlaf verweigert hatte. Tief enttäuscht und vom Yakuzaleben angewidert, verstecken sie sich in einem Appartment. Da entdecken sie zufällig in der Zeitung eine Anzeige, in der anonym um ihre Rückkehr gebeten wird: alles sei verziehen und vergessen. Gutgläubig machen sie sich auf den Weg zum Hauptquartier, doch dort angekommen wird Sho zusammengeschlagen und dazu gezwungen, seinen kleinen Finger abzuschneiden; die Freundin wird nackt angeknüpft und vergewaltigt. Sho ist also wieder auf Linie. Doch kurze Zeit später dreht er mit zwei Kumpels ein halsbrecherisches Ding: sie überfallen die Drogenübergabe fremder Gangsterbanden, rauben den Stoff, das Geld, und entführen Akemi (Miki Hayashi), die Geliebte des Chefs, die es Sho angetan hat. Wieder versteckt man sich in einem Appartment - doch kurze Zeit später türmt Sho mit ihr - und hat sich nun wirklich alle zu Verfolgern …

Resume of Love Affairs / Joji no rirekisho (Kôji Wakamatsu, Japan 1964)

Im Jahr 1964 hat Kôji Wakamatsu bei Nikkatsu ganze 10 Filme gemacht (!), dieser ist einer davon: Midori Chigusa spielt eine junge Frau vom Lande, die eines abends auf dem Nachhauseweg von vier üblen Gesellen überfallen und in einem Schuppen vergewaltigt wird. Anschließend torkelt sie nackt und völlig benommen durch den meterhohen Schnee. Ihr nur scheinbar es mit ihr gutmeinender Onkel nutzt die Gelegenheit aus, behauptet, da müsse jede Frau durch, und missbraucht sie direkt noch einmal. Kurze Zeit später verhökert er sie an ein Bordell in Tokyo, wo sie zur professionellen Prostitution gezwungen wird. Dies alles aber sind Rückblenden in einem Film, der eigentlich ein Kriminalfall ist - die Rückblenden fügen sich als erzählerische Flashbacks der Protagonistin in die Rahmenhandlung ein. Tatsächlich befindet sie sich auf einem Polzeirevier in einer Verhörsituation, denn ein Freier ist ermordet aufgefunden worden. Und das in ihrem Appartment - was sie zur Hauptverdächtigen macht.


Wakamats…

The Barefooted Youth / 맨발의 청춘 / Maenbale-ui cheongchun (Kim Ki-deok, Südkorea 1964)

"I am just a street thug with no skills whatsoever!" (Doo-soo)
Der Straßendieb Jo Doo-soo (Shin Seong-il) lebt in einem ärmlichen Stadtviertel und erledigt niedrige Jobs für einen lokalen Bandenchef. Bei einem Auftrag gerät er in einen Raubübefall: ein paar Gauner beklauen und bedrängen zwei unschuldige Mädchen auf ihrem Weg durch die Stadt. Doo-Soo geht dazwischen und sieht sich plötzlich mit den Anführer in einen Messerkampf  verwickelt. Er kann ihn zwar besiegen, wird dabei aber selbst verwundet. Als anschließend eines der Mädchen zu einem Krankenbesuch vorbeikommt um sich für die Hilfe persönlich zu bedanken, scheinen sich die beiden auf Anhieb sehr gut zu verstehen. Doo-soo und die Diplomatentochter Joanna (Eom Aeng-ran) verlieben sich schließlich in einander und müssen sich gegen die Anfeindungen der Umwelt durchsetzen - sowohl was die Gangsterorganisation betrifft, der er angehört (sein Boss sieht aus wie ein koreanischer Edward G. Robinson), als auch gegen die Zurü…

Go, Go Second Time Virgin / Yuke Yuke Nidome no Shojo (Kôji Wakamatsu, Japan 1969)

Schwarzweiße, graue Bilder vom Himmel über der Großstadt. Überkopf wie eine Trophäe transportieren vier jugendliche Randalierer ein benommenes Mädchen (Mimi Kozakura ) das Treppenhaus hinauf auf das Dach des Hochhauses. Dort wird rumgeplänkelt, erst gelacht, dann geboxt, schließlich ernst gemacht: von allen wird sie nacheinander vergewaltigt. Gegenwehr bringt nichts, es bleibt nur Heulen und Augenschließen. Ein anderer Junge mit Nickelbrille schaut zu (Michio Akiyama), man weiß nicht, wie er dorthin kommt, ob er zur Gruppe gehört, oder nicht. Wie sich später rausstellt: nein, er ist einer, der genug hat von denen, die sich aufdrängen und andere schikanieren. Aber anstatt zu helfen, schaut er scheinbar teilnahmslos zu. Später kümmert er sich um das Mädchen, deren Blut zwischen den Beinen auf den Beton läuft, die völlig entkräftet eingeschlafen ist. Nur um am nächsten Morgen erneut vergewaltigt zu werden.

Die Figuren scheint man zu kennen in ihrer Schicksalshaftigkeit, das Mädchen etwa…

The Embryo Hunts In Secret / 胎児が密猟する時 / Taiji ga Mitsuryo Suru Toki (Kôji Wakamatsu, Japan 1966)

Es ist Nacht, es regnet. Eine junge Frau und ein Mann im Anzug küssen sich wild und eng umschlungen in einem Auto, der Regen prasselt gegen die Scheiben. Sie entscheiden sich, zu ihm zu fahren. Dort angekommen wundert sie sich, dass die Wohnung so spärlich eingerichtet ist: außer dem Bett im Schlafzimmer gibt es praktisch keine Möbel. Nach einer ersten schnellen Runde Körperlichkeit und in der Ermattung registriert die Frau nicht, dass sie mittlerweile gefesselt ist und geknebelt wurde. Der Mann, ein typischer japanischer Salaryman im Anzug mit Schlips und Brille, nimmt seinen Gürtel zur Hand - später ist es eine Peitsche - und verdrischt die panisch davonkriechende, malträtierte Frau. Erste blutige Striemen sieht man auf der Haut, aber das ist erst der Auftakt...

THE EMBRYO HUNTS IN SECRET gilt gemeinhin als einer der kontroversesten Filme Wakamatsus, des "berühmt-berüchtigten" Pink-Filmers, dessen Karriere im Filmbusiness Anfang der Sechziger begann und bis heute anhält (…