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Es werden Posts vom August, 2014 angezeigt.

Amida-do Dayori / Letter from the Mountain (Takashi Koizumi, Japan 2002)

Takashi Koizumi war Regieassistent bei Akira Kurosawa (beiden Filmen Ran, Kagemusha und Dreams) und Letter from the Mountain ist seine zweite, eigene Regiearbeit. Nach einer literarischen Vorlage vom japanischen Autor Keishi Nagi umgesetzt (Akutagawa-Preis 1988, keine Übersetzung), ist dies offenkundig ein sehr literarischer Film geworden, werden doch an einigen Stellen einige der großartigen Gedichte Kenji Miyazawas zitiert, die zum etwas getragenen, elegischen Ton des Films beitragen. Außerdem verliest der Protagonist Takao (Akira Terao) mehrfach die kurzen literarischen Beiträge eines krebskranken Mädchens (Manami Konishi als Sayuri), die für die lokale Zeitung schreibt. Er selbst ist ein Schriftsteller, der seit einer größeren Auszeichnung literarisch nichts mehr hinbekommen hat und mit sich selbst und seiner Schreibblockade ringt. Eine weitere Nebenfigur, ein älterer sensei, ein Professor, hat seine Bücher der Stadtbibliothek vermacht, weil er sich auf den Tod vorbereitet - er w…

The Drudgery Train / Kueki Ressha (Nobuhiro Yamashita, Japan 2011)

Mit seinen stark verpixelten, grobkörnigen Bildern der Tristesse eines naturalistischen Alltags wirkt The Drudgery Train von Nobuhiro Yamashita (Linda, Linda, Linda, The Matsugane Potshot Affair) wie eine Independent-Produktion, die das Besondere im Trivialen findet. Es ist eine schwarze Komödie, der nie die Bitternis ausgeht, mit einem Hang zum Düsteren, Dunklen, der man immer auch zutraut, abstürzen zu können ins Üble, Böse, Brutale. Das Gegenmodell zum eigentlich sehr unsympathischen Helden Kanta Kitamachi (Mirai Moriyama), der nichts hinbekommt in seinem Leben und alles das, was um ihn herum an Positivem entsteht, kaputt machen muss, ist sein neuer Arbeitskollege Shoji Kusakabe (Kengo Kora aus A Story of Yonosuke (2014)), der sich zu seiner Ausbildung auf einer weiterführenden Schule was als Tagelöhner dazuverdient.
Kanta freundet sich mit ihm an, drängt sich ihm etwas auf (wie er das immer macht), führt ihn ans Trinken heran und dann auch irgendwann mal in die Stripbar hinein un…

River (Ryuichi Hiroki, Japan 2011)

In seinem Film River von 2011 begibt sich der Regisseur quasi-dokumentarisch auf die Fährte seiner Protagonistin Hikari (Misako Renbutsu, auch in Yoshihiro Nakamuras Snow White Murder Case (2014)) durch das tokioter Stadtviertel Akihabara, filmt sie beim Umherwandern zwischen den Elektronikstores und beim Flanieren in den Seitengassen, wo es schnell mal etwas seedier zugeht, wo Kleinmädchenschlepperinnen junge Herren in Bars hineinlocken um ihnen dort zu Diensten zu sein. Die Heldin des Films ist eine Anti-Heldin, sie trauert um ihren ermordeten Freund Kenji, auf dessen Spuren sie sich begeben hat. Sie möchte seine Umgebung, dort wo er, ein Elektronik-Nerd, sich bevorzugt aufgehalten hat, mit eigenen Augen sehen, sehen, was er gesehen hat. Der Junge ist schon seit drei Jahren tot. Und dies ein authentischer Fall, als ein 25-Jähriger 2008 mit einem Lastwagen in Akihabara in eine Gruppe Menschen hineingefahren war und anschließend mit einem Messer etwa nochmals zehn Personen erstochen …

Revolver Rani (Sai Kabir, Indien 2014) - review in english

Alka Singh (who is Revolver Rani aswell), angry young woman and leader of a dubious political party, loses her heart to Bollywood wannabe-actor Rohan. Needless to say, he is is just an impostor with hopes and dreams he doesn't believe in himself. When he finally decides to leave Alka Singh for another woman, his chances are bad - she is already pregnant with his child. Besides, leaving Rani is never an option, because she is fast with her guns and gets easily carried away in her anger. If there's something she doesn't like, Rani fires.
Since two or three days (now: weeks) already I've been thinking about Revolver Rani and wonder about what I could prossibly write that could be of interest - and thus contribute to the discourse of this peculiar film that seems to stand midway between commercial filmmaking and exploitation. A point that would interest me a lot at least. Seemingly only that is, and that's the biggest problem of the film, because it definitely is, we…