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Montag, 29. Dezember 2014

Monsters Club / Monsutazu Kurabu (Toshiaki Toyoda, Japan 2011)



Die moderne Zivilisation hinter sich lassend, lebt Ryoichi (Eita) self-sufficient und einsam in einer Hütte in den tief verschneiten Bergen. Immer wieder versendet er Pakete, selbst gebastelte Bomben, an Vorstände von Firmen oder von Fernsehanstalten. Eines Tages begegnet er in den Wäldern einer merkwürdigen Kreatur, einem Schneemonster, das dann immer wieder urplötzlich auftaucht und ihn dazu zwingt, sich mit der dunklen Vergangenheit seiner Familie und seiner eigenen Biographie auseinanderzusetzen.

Monsters Club ist ein Schneefilm. Und er ist schwer symbolisch. Der zunächst so souverän wirkende (Anti-) Held Ryoichi wird zunehmend demontiert, als seine Schwächen deutlicher zu Tage treten. Da gibt es unterdrückte Schuldgefühle und eine nicht aufgearbeitete Familiengeschichte, eine tote Mutter, ein toter Vater, zwei tote Brüder. Und so wundert es auch nicht, dass die Monster - eines sieht aus wie ein missglückter Schneemann, ein später erscheinendes ist ein in blutrot zugekleistertes, hungriges Wesen - nur psychisch, für Ryoichi aber dennoch physisch real vorhanden sind. Er wird sprichwörtlich von seinen Dämonen eingeholt. Manchesmal wähnt man sich in einem der früheren Filme von David Cronenberg, wenn die psychischen Zustände des Helden als konkrete Manifestationen ins Bild treten. 

Das ist aber nur die eine Seite des Films. Die andere ist die poetische. Monsters Club sieht unheimlich toll aus, die weiten Landschaften, der enge Wald, alles tief verschneit, die Schneestürme, das Feuer in der Hütte und der konzentrierte Ryoichi beim Bauen der Bomben. Auch Literatur spielt eine große Rolle im Film, insbesondere die Gedichte Kenji Miyazawas, über die er einmal mit seiner Schwester spricht, als sie ihn gegen seinen Willen in der Bergwildnis aufsucht. Literatur, auch ein weiterer Anknüpfungspunkt zu einem der toten Brüder, wie auch zu innerjapanischen Rückzugskontexten, die in der Souveränität des Ichs einen Gegenpol zur Aufgabe desselben im Funktionieren in der Gesellschaft darstellt. Ein Aspekt, der an einer Stelle auch ausführlicher durch ein Voice over thematisiert wird.

Der Film lief auf allen größeren asiatischen Filmfestivals dieser Welt. Umso verwunderlicher, dass er scheinbar so völlig in der Versenkung verschwunden ist. Möglicherweise sind seine Langsamkeit und seine Stille Gründe dafür. Wie der Protagonist, so könnte man eine Analogie bilden, hat sich auch dieser, wie ich finde: hervorragende Film, aus der Welt zurückgezogen.






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Samstag, 20. Dezember 2014

Pizza (Karthik Subbaraj, Indien 2012)


Den Plot von Pizza wiederzugeben, würde bedeuten, zwangsläufig den Twist zu offenbaren, auf den der Film hinausläuft. Und obwohl ich wahrlich kein Freund von solchen konstruierten Wendungen bin, muss ich sagen: zum Glück gibt es ihn hier. Denn der ist ziemlich intelligent, gibt dem Film eine völlig andere und neue Richtung - und macht ihn wieder deutlich interessanter, als er bis dahin war. Denn der Film hatte sich doch so richtig eingedümpelt und festgefahren, zunächst in seiner Loser- und Liebesgeschichte, dann in einem völlig hanebüchenen, spannungsarmen und klischeebeladenen haunted house - Plot. 

Denn plötzlich widerfährt dem Pizzaboten Michael (Vijay Sethupathi), der zu Hause eine schwangere Frau sitzen hat, die gerade einen Horrorroman schreibt (Anu, gespielt von Remya Nambeesan), genau das, was der herrische Choleriker seiner Geliebten nicht glauben wollte: dass es das Übernatürliche gibt. Bei einer Pizzaauslieferung also wird er von einem Geist heimgesucht. Soweit so gut, und das soll man als Zuschauer auch glauben. Dass dieser tamilische Film aber nur mit seinen Genreelementen spielt - wie er auch am Anfang uns mit einem Film im Film getäuscht hatte - hätte man spätestens dann merken müssen, als Michael aus dem heimgesuchten Haus hinausrennt und es plötzlich donnert, wie in einem alten Hammer-Film. Ich habe mich tatsächlich hinters Licht führen lassen und dachte, wie schlecht jetzt dieser Stilbruch nun wieder kommt! Was bei einem indischen Film, der weniger Wert auf Stringenz legt,  ja nun durchaus keine Seltenheit wäre. So gibt es auch hier übrigens am Anfang ein paar Gesangsnummern und Liebessachen, die in diesem Film eigentlich gar nichts verloren haben. Ein weiteres Problem jedenfalls, das Pizza hat: auf der Strecke bis zum Twist hin ist der Film irgendwann furchtbar öde geworden. Vor allem die Episode, in der Michael im Haus gefangen ist und die das gruslige Highlight des Films darstellt, zieht sich in die Länge wie ranziger Käse auf lauwarmer Pizza. Das passt alles nicht zusammen und es bleibt einem dann auch nichts anderes übrig, als die Ereignisse irgendwann den Halluzinationen des Anti-Helden zuzuschreiben.

Der Film war ein Knüller in Chennai und lief zu Peakzeiten in 600 Kinos. Es hat alle erdenklichen Remakes (bzw. gedubbte Versionen) in den verschiedenen Landessprachen Indiens gegeben, und die Kritiken zum Film waren weitestgehend sehr positiv bis enthusiastisch. Mir persönlich hat er zwar, alles in allem, ganz gut gefallen, und er ist sicher auf der richtigen Seite, aber mir erscheint das Drehbuch doch etwas arg uneben und unfokussiert. Hätte man etwas mehr Zug hineingebracht, vielleicht nochmal zwanzig Minuten gekürzt, dann hätte Pizza tatsächlich der Knaller werden können, für den ihn viele halten.

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Montag, 15. Dezember 2014

Don't Go Breaking My Heart (Johnnie To & Wai Ka-Fai, Hong Kong 2011)


Der Crash der Lehman Brothers wirkt sich auch in der hongkonger Finanzwelt katastrophal aus. Viele verlieren ihre Jobs und räumen die Büros. Dananch: leere Schreibtische, leere Räume. Über leeren Raum hinweg entsteht auch eine Liebesgeschichte, zunächst mit Post-Its an den Fenstern: Signale der Kontaktaufnahme hinüber zum Büro im anderen Gebäude. Die sollen die hübsche - und sehr aufrichtige - Analystin Yen becircen (Gao Yuan-yuan), was auch funktioniert. Jedoch, Banker Sean (Louis Koo, nonchalant) ist ein Weiberheld. Aber da ist noch eine andere verlorene Seele (Kevin), gespielt von Daniel Wu, der gute Gegenpart zum Hallodri, allerdings gerade dem Alkohol verfallen, weil: Krise. Aber auch er füllt Räume aus: er ist Architekt. Und jenseits von Post-Its baut er ihr dann gleich ein ganzes Gebäude, riesengroß in Suzhou (ihrer Heimat). Nach ihrem Schatten ist es geformt, den sie an die Wand warf als sie sich am ersten Abend trafen. Es ist also ein permanentes Spiel mit Räumen und deren Überbrückungen, Aussichten, einem Bewegen in der Stadt, einer Rivalität der Männer, die mit der Aufhebung von Distanzen spielt. Und das kann man auch als Kommentar zur Arbeitswelt lesen, die kein Draussen mehr kennt (übrigens auch kein Ausserhalb-der-Arbeit-Draussen, da ständig irgendwelche Handys klingeln, dass noch dies oder das erledigt werden müsse, selbst wenn der Job schon gekündigt ist). Die Menschen in diesem Film befinden sich fast nur innerhalb von Gebäuden, innerhalb von Autos, innerhalb von Wohnungen oder Restaurants. Draussen-sein ist nur der flüchtige Transit von einem Punkt zum anderen, dorthin, wo man wieder eine sinnvolle Aufgabe hat. Dazwischen befindet man sich in Autos oder in Bustransfers. Aufatmen kann man nur kurzfristig auf Balkonen (von Gebäuden), was dann gleich als Luxuserfahrung vermittelt wird. Und nicht umsonst lernt die Protagonistin den richtigen Mann für sie dann auch draussen kennen, am Rande eines Parks unter abendlichen Laternen, wo man schon sehen kann, wie milde die Luft ist.

In einer Szene, ganz besonders toll, da stehen sie auf einem Wolkenkratzer auf Hongkong Island (mit ziemlicher Sicherheit ist es das "Highcliff" von Dennis Lau und Ng Chun Man) und sehen auf der einen Seite des Balkons beinahe senkrecht hinab auf die Pferderennbahn von Happy Valley, auf der anderen Seite hinüber von Central über den Victoria Harbour bis nach Kowloon. Stadtarchitektur und Gefühlsarchitektur werden hier kurzgeschlossen in einem Liebesdreieck, das oft auf der Kippe steht. Für wen wird sie sich nur entscheiden? Nun, das kann man recht früh erahnen - zumindest, welcher der beiden der Richtige für sie wäre. Und ein toter Frosch auf dem Bürofußboden deutet da schon sehr stark in die richtige Richtung. Alberner Johnnie To, ja, aber so muss das sein.

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Freitag, 12. Dezember 2014

Ship of Theseus (Anand Gandhi, Indien 2013)


Nicht nur in Toronto, sondern etwa auch in Mumbai oder Rotterdam, wo der Film auf den namhaften Festivals lief, war die Rezeption geradezu enthusiastisch. Ein mutiger Film sei es, von umwerfender Schönheit, der wichtigste Film aus Indien seit langer Zeit. Ein gewichtiger Film, der Fragen nach Identität, Tod, Gemeinschaft und Verantwortung stellt - der Film eines neuen Indiens, das nun auch international mitspielen könne. Ganz so, als hätte es nie ein unabhängiges Kino in Indien gegeben, das bengalische Parallel Cinema und dessen Erben, die Vielfältigkeit der verschiedenen indischen Regionalkinematographien oder als sei der Koloss Bollywood prinzipiell despektierlich. Eines allerdings verströmt Ship of Theseus enorm: den Geruch nach Weltkino, das auf internationalem Festival-Parkett mitspielen möchte.

In der ersten der drei Kurzgeschichten darüber, wie die moderne Transplantationsmedizin das Leben der Menschen grundlegend verändern kann, wird die ungewöhnliche Geschichte einer blinden Photographin (!) erzählt, die nach einer Netzhauttransplantation wieder sehen kann. Daraufhin verändert sich natürlich, nach erster Faszination, aber vor allem der Blick auf die Welt und der künstlerische Zugang zum "Material Welt" - ihr Zugang zur Kunst ist nun ein völlig anderer. Es stellt sich die Frage, ob sie nun noch dieselbe Person ist, wie zuvor, ihre Kunst dieselbe bleiben kann oder sich zwangsläufig verändern muss (ganz abgesehen davon, dass eine Stagnation sowieso nicht erstrebenswert sein kann). Es ist also eine Frage nach der Identität des Menschen, vor allem des künstlerischen Subjekts. Darüber, wie Teile oder Aspekte eines Ichs oder genereller: einer Einheit ausgetauscht oder ersetzt werden wie eben im titelgebenden, philosophischen Paradoxon des Schiffs des Theseus, und was dann mit dieser Einheit passiert. Gefilmt ist das in ausgesucht arthousigen Einstellungen, dicht an der Protagonistin dran, oft auch mit subjektivem Blick, im Gegenlicht, mit lens flares, lichter und leichter in der zweiten Hälfte, mit verschwimmenden Autolichtern in der Nacht im Großstadtdschungel, während die Tonspur runterfährt und sich auf einen inneren Körperton fokussiert, der durch minimalistische Elektronik ausgedrückt wird. Kurzweilig, elegisch, schön, mit schönen Menschen. Ein Film, der allerdings etwas (vielleicht zu sehr) zur Kunst hin drängt, manchesmal manieriert und gewollt wirkt. Für ein Publikum, das sich für Fragen der Ästhetik interessiert.

In der zweiten Geschichte dieses Films geschieht eine genau gegenteilige Bewegung: war diese aufgrund der Blindheit der jungen Frau zunächst bedächtig vorwärtstastend, die dann mit dem Sehenkönnen Geschwindigkeit aufnahm, so ist es hier umgekehrt. Es erfolgt eine zunehmende Entschleunigung, sogar bis hin zum meditativen Stillstand. Der Guru einer Glaubensgemeinschaft setzt sich vor Gericht für härtere Kontrollen bei Tierversuchen und für neue Statute in Medizin und Forschung ein. Jedes Lebewesen habe dieselben Rechte auf ein erfülltes, friedliches Dasein und die Pflicht der Erleuchtung zuzustreben. Er lehnt Tierversuche ab, in der Kosmetikindustrie sowieso, aber auch in der Medizin. Kurz darauf bekommt er die Diagnose einer Leberzirrhose, es ist das Endstadium einer chronischen Leberkrankheit. Der behandelnde Arzt will ihm eine neue Leber transplantieren, was kein Problem sei, doch der Guru lehnt die Operation schon allein deshalb ab, da er keine Medikamente konsumieren wolle, die an Tieren getestet wurden. Sein Schüler wirft ihm Rücksichtslosigkeit vor, sogar Selbstmord auf Zeit. Ein grüblerisches Zwischenstück ist dieses Segment, extrem elegisch, beinahe zum Stillstan kommend, mit einer Kamera, die dem Protagonisten auf Zentimeternähe auf die Haut rückt. Wie durch ein Vergrößerungsglas sieht man da die Poren, und die Versehrungen, die seine Krankheit mit ihm anrichtet. Wie er sich entscheiden wird steht offen, es ist das Karma, mit dem er hadert.

Die eindrücklichste Geschichte ist aber die dritte: ein junger Broker bekommt eine Nierentransplantation und erfährt kurz darauf, dass seine Niere womöglich von einen Organdiebstahl her stammt. Dies bewahrheitet sich später nicht, jedoch sucht er den beraubten Tagelöhner Shankar auf, der sich eigentlich einen Blinddarm hatte herausnehmen lassen müssen und dem nun eine Niere fehlt. Aus Nächstenliebe und Verantwortungsgefühl, auch weil er etwas Gutes tun möchte, verspricht er, sich Shankars Sache anzunehmen und den Käufer der Niere ausfindig zu machen. Der lebt allerdings in Kanada. Als er diesen dennoch aufsucht, begegnet er einem freundlichen aber zerbrechlichen Mann, der viel Geld für das Organ bezahlt hat und der von dem Verbrechen nichts wusste. Und dass Shankar vielleicht sogar viel weniger eine zweite Niere als ein dickes Bündel Geld brauchen könnte, stellt die Welt - hier der Twist der Story - auf den Kopf. Auch in diesem dritten Segment sind es die hervorragenden Schauspieler, die diese (für mein Gefühl) überfrachteten Plots retten können und die mit ihrer völlig authentischen Art den durchstilisierten Bildern zu trotzen wissen. Den Anspruch, reale Geschichten aus dem heutigen Mumbai erzählen zu wollen und zugleich seinen Film in eine derartige Überformung zu treiben, hat für mich nicht funktioniert - wenngleich der Film sicher auf der richtigen Seite ist. Etwas weniger Überbau und eine weniger ausgesucht edle Kameraarbeit wären schonmal ein Anfang für das nächste (hoffentlich weniger überambitionierte) Großwerk. Ein Film wie Lunchbox scheint mir da doch näher an den Menschen zu sein, als dieser zum "künstlerisch Wertvollen" drängende Film.












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Freitag, 5. Dezember 2014

That Girl in Pinafore (Chai Yee-Wei, Singapur 2013)



 Wenn das mit der jugendlichen - und ziemlich unschuldigen - Liebe auf Anhieb nicht so hinhaut, und dann aber irgendwie doch, dann ist man bei einem Film wie That Girl in Pinafore mitten in einer turbulenten RomCom gelandet. In diesem Fall in einer ziemlich beschwingten, denn Komödie ist er auch, klar, aber auch mit Musical- und Musik-Film-Aspekten wird gespielt. Da die Eltern des (Anti-) Helden und Schulabbrechers eine schlecht laufende Musikbar betreiben, muss nun der Filius ran mit seiner zusammengetrommelten Band. Und wie das Leben so seine Geschichten schreibt: die drei hübschen Mädels, die man am Beginn des Filmes kennenlernen durfte, als man sich noch ausgelassen durch das Singledasein durchfurzte, haben sich zur Mädchenband gefunden - und gemeinsam ist man dann eine richtig heiße Nummer.

Aber eigentlich konzentriert sich der Film sehr auf seine Protagonisten Jiaming und das Mädchen May, das unter einem dramatischen Herzfehler leidet, wie unter einer dominanten Mutter, die das Einsertöchterchen zum Studium in die USA schicken (= abschieben) möchte. Dumm nur, dass May sich in den Sänger und Herumtreiber der Boyband verknallt hat. Und so geht es dann weiter in den bekannten und ausgelatschten Bahnen der im Drehbuch herbeigeschriebenen Konflikte, dabei manchmal durchaus charmant in kleinen Details und mitunter sogar ganz anrührend. So richtig funktioniert das alles aber leider nicht, der Affekt versandet irgendwo, alles Existenzielle wird im nächstbesten Jokus seiner Ernsthaftig- Und Welthaftigkeit beraubt. Der Film will zu viel mit seinem ganzen Tohuwabohu und den vielsträngigen Ausdifferenzierungen, die nur den Fokus trüben. Dass die Band dann auch stilistisch wahllos aufgestellt ist, kann als Signum für einen alles umarmenden Film gelesen werden: vom malaysischen Folksong bis hin zur Rocknummer oder zum Funkstück haben die alles auf der Pfanne, ohne jemals geübt und miteinander geprobt zu haben. Da nimmt der Film viel zu viele Abkürzungen, was ihn letztlich schwer beschädigt. Authentisch ist hier gar nix, und das ist ein Problem.

Ansonsten gefällt sich der Film allzusehr in seinen ausgestellten Popallüren, mit durchs Bild fliegenden Zeichentrickwolken und Trompeten wie in einem Gondry, oder den kommentierenden Geräuschen auf der Effekttonspur. Ein Saxofonspieler dann in New York als Scherenschnitt und Bilder der Großstadt im Zeitraffer. Gut, dass das schnell vorbei ist, oder man geht halt eben eine Cola holen. Am Ende dreht sich die Heldin vermutlich nochmals im Grabe herum - Szenen, in denen der Film das Ende nicht findet. So nimmt es nicht Wunder, dass 1:53 Stunden eindeutig zu lang sind für das hühnerbrüstig ausgeführte Konzept des Films. Aber vermutlich waren die langen Musikpassagen Pflicht - Werbung für den Soundtrack, mitgeliefert im Film. Ganz schön allerdings die lokal linguistischen Rivalitäten: Englisch vs. Mandarin vs. Malaiisch. Alles in allem: ganz hübsch, aber unglaubwürdig und schlußendlich völlig überflüssig.

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