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BEAST COPS (Dante Lam, HK 1998)

Als sich der Bandenboss Big Brother Fai kurzzeitig aus dem Staub macht, übernimmt frecherweise dessen Ziehsohn Pushy Pin (Patrick Tam) seinen Posten und führt ein hartes Regiment im Vergnügungsviertel. Brother Tung (Anthony Wong), seines Zeichens korrupter und spielsüchtiger Polizist, versteht sich hervorragend darauf, die Machtverhältnisse im Viertel auszubalancieren und so ein illegales, aber dafür stabiles Miteinander zu garantieren. Als ihm ein neuer Chef vor die Nase gesetzt wird (Michael Wong, der Mann mit dem hölzernen Gesicht) muss er diesen erstmal einnorden. Unguterweise zeugt Cheung aber erstmal ein Kind mit der Ex von Big Brother Fai. So destabilisiert sich die Lage zusehends, und als Big Brother plötzlich wieder auftaucht geht die Hackerei mit den Macheten los.

Was sich hier nach viel Handlung anhört, ist es eigentlich gar nicht. Der Film gefällt sich in ausgiebigen Nachtdarstellungen Hongkongs und in der peniblen Portraitierung seiner Charaktere. Insbesondere Anthony Wong muss lobend erwähnt werden, der liefert eine der Rollen seines Lebens. Und auch wenn der Film etwas Anlaufzeit benötigt, im Mittelteil wenig Action zu bieten hat, dann -man vermutet es bereits- kann es nur geballt am Ende kommen. Und so ist es auch: ein grimmiges Schlachfest wird da abgeliefert und zugleich hält Dante Lam die Balance in der der Humor nicht zu kurz kommt. Wie das gemacht wird, über Dialoge und den Musikeinsatz etwa, müßte man sich nochmal genauer ankucken. BEAST COPS ist jedenfalls ein erstklassiger Hongkong-Film.

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Proletarische Literatur: DAS FABRIKSCHIFF von Takiji Kobayashi (1929)

Takiji Kobayashis Klassiker der japanischen Arbeiterliteratur Das Fabrikschiff ist ein überwältigender Kurzroman von niederschmetternder sozialhistorischer Wucht, der den ausbeuterischen und rücksichtslosen japanischen Kapitalismus in seiner Extremform beschreibt - er schildert auf häufig derbe und drastische Weise die katastrophalen Zustände auf einem Krabbenfangschiff im ochotskischen Meer nördlich von Hokkaido.

Der durchweg spannende Roman ist dabei kein politisches und agitatorisches Manifest, sondern ein geradezu saftiger und spektakulärer Erlebnisbericht von den menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen und Zuständen auf dem Kutter, "unter dem Kommando von Teufeln in Menschengestalt". Das betrifft sowohl die Abläufe des Arbeitsalltags, wie auch das soziale Gefüge unter den Seemännern und deren Vorgesetzten. Jenseits eines sich stets vom Pöbel fernhaltenden Kapitäns, der sich stets in Völlerei ergeht und seiner Verantwortung nicht nachkommt, hat es vor allem der besonde…

Die Zwänge der Tradition: THE LIVING MAGOROKU (Keisuke Kinoshita, Japan 1943)

Die frühen Filme des japanischen Meisterregisseurs Keisuke Kinoshita fallen in die Zeit des ausgehenden Zweiten Weltkriegs, und demnach sind sie thematisch stark geprägt von den Läuften ihrer Zeit, wie auch den Reglementierungen der Zensurbehörde. Dass die Filme dennoch überraschend komplex und feinsinnig sind, ist dem Können und der Vielseitigkeit des Regisseurs und seines Teams anzurechnen. Es sind Filme, die trotz ihres spezifischen Entstehungskontextes auch heute noch zu uns sprechen und viel zu sagen haben.
 In Ikite iru Magoroku geht es darum, dass eine reiche Familie auf dem Lande es dem Militär nicht gestatten will, auf den Feldern Getreide anzubauen - aufgrund eines Aberglaubens, der die Krankheit ihres Sohnes betrifft. Zeitgleich beginnen sich zwei junge Menschen zu lieben und brauchen die Zustimmung ihres Umfelds. Und ein Offizier und Arzt, der aus einer Notlage heraus ein Schwert aus Familienbesitz veräußern musste, erfährt, dass er versehentlich ein echtes Magoroku-Sch…

Home Invasion, sanftbrutal: Harmonium (Kôji Fukada, Japan 2016)

In Kôji Fukadas Drama spiegeln sich mehrere Konstellationen: Figuren, Ereignisse, Zeitverhältnisse. Und die Gewalt, die unterschwellig immerzu präsent ist, wird von den beiden Männern ausgeübt. Wie sie darum ringen, ein Leben zu haben, oder sich für ein solches nicht-gelebtes beim anderen zu rächen. Aber zunächst ist alles ungewiss und erst im Verlauf des Films werden Zusammenhänge und Verknüpfungen aus der Vergangenheit enthüllt. Und plötzlich ist der Mensch, den du zu kennen glaubtest, ein ganz anderer. Beinahe.
 Manchmal ist man als Zuschaur im Vorsprung vor den Figuren, was die Spannung steigert und den unguten Vorahnungen Vorschub leistet. Aber wie sich das alles entlädt, das ist meisterhaft gemacht von Kôji Fukada und seinen vier bis fünf Darstellern, die alle für sich herausragend sind: Tadanobu Asano als Eindringling in die Familie, Kanji Furutachi als Familienvater, den seine Frau schon länger nicht mehr interessiert, Mariko Tsutui als Mutter und Ehegattin, die versucht all…